Do. Sep 24th, 2020

Jünger aussehen ohne Spritze und Skalpell

Fünf sanfte Methoden gegen Altersflecken, Falten & Co   Die Zeit hinterlässt ihre Spuren gut sichtbar im Gesicht. Immer mehr Menschen lassen diese Schönheitsprobleme mit Spritze und Skalpell beseitigen. Doch es geht auch anders: Dr. Monika Fuchs, Spezialistin für ästhetische Medizin, empfiehlt fünf sanfte Methoden zum Verjüngen des Hautbilds.   Von Mag. Sabine Stehrer

Trocken, normal, fett, sensibel: Welchen Hauttyp man hat, bekommt man sozusagen in die Wiege gelegt. Mit dem Ende der Pubertät ist der Hauttyp ausgereift und bleibt anschließend etwa zwei Jahrzehnte gleich. Auch bei der Hautalterung spielen die Gene eine Rolle: „Wann dieser Prozess beginnt, wie er sich äußert und wie schnell er abläuft, wird uns vererbt“, erklärt Dr. Monika Fuchs, Ärztin für Allgemeinmedizin sowie Spezialistin für ganzheitliche und ästhetische Medizin in Wien. Fuchs: „Bei den meisten Menschen aber“, so Fuchs, zeigen sich die ersten altersbedingten Hautveränderungen ab dem Alter von 30 Jahren.“

Diese Veränderungen machen sich durch 5 Erscheinungen bemerkbar:

1. Hautdichte nimmt ab
Ab 30 wird die Haut im Gesicht nach und nach dünner und empfindlicher. Mit der Hautdichte nimmt auch die Dichte der Hautbarriere ab, die die Haut vor äußeren Einflüssen wie Sonnenbestrahlung oder Kälte schützt. Die Haut reagiert aber nicht nur empfindlicher auf das, was von außen auf sie zukommt. „Sie leidet auch leichter und länger an Schäden zum Beispiel durch einen Sonnenbrand“, sagt Fuchs.


2. Fältchen bilden sich
Durch einen Sonnenbrand, aber auch durch einen längeren Aufenthalt in großer Kälte oder in Räumen mit trockener Luft trocknet die Haut nun auch schneller aus als in jüngeren Jahren und kann sich nicht mehr so schnell regenerieren, denn die Hautzellen erneuern sich wesentlich langsamer als früher. Fuchs: „Die Austrocknung führt wiederum zur Bildung von ersten Fältchen und Falten.“

3. Aus Fältchen werden Falten
Rund um den 40. Geburtstag verlangsamen sich darüber hinaus die Stoffwechselprozesse der Haut. Die Folgen: Die Haut kann nicht mehr so gut Feuchtigkeit bilden und binden, sie trocknet noch mehr aus, aus Fältchen werden Falten. 

4. Die Haut wird schlaff
Spätestens ab 50 fährt der Körper der Frauen die Produktion des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen zurück, die Wechseljahre beginnen. Weniger Östrogen bedeutet weniger Hautspannung und Elastizität. „Diese Veränderung hat zur Folge, dass die Haut der Schwerkraft nachgibt“, sagt Fuchs. „Durch das Absinken des Gesichtsgewebes und des Wangenfettkörpers entstehen Hamsterbäckchen und ein Doppelkinn.“ Dadurch verändern sich auch die Gesichtskontur und die Proportionen. 

5. Altersflecken entstehen
Die Veränderungen im Hormonhaushalt der Frauen rufen noch eine weitere Alterserscheinung hervor. „Das sind Pigmentverschiebungen, die zur Fleckenbildung führen“, so Fuchs. Diese sogenannten Altersflecken, die auch an den Händen und an anderen Stellen des Körpers entstehen, sind meist etwas dunkler als die übrige Haut und liegen häufig dicht beieinander, sodass es so scheint, als würden sie ineinander übergehen.

Das sind also die fünf typischen Alterserscheinungen der Haut, „die wir durchaus ohne Spritzen und Operationen mit dem Skalpell bekämpfen können“, sagt die Medizinerin Monika Fuchs. 

Ihr Rezept gegen die verschiedenen Anzeichen der Hautalterung besteht aus einem 5-teiligen Paket:
 
1. Pflegen und schützen
Schon ab 30 sollte man darauf achten, die Hautschutzbarriere durch richtige Pflege intakt zu halten: „Das heißt, bei der Reinigung Mittel verwenden, die die Haut zwar säubern, zugleich aber schonen.“ Dazu gehört auch, nicht wild auf der Haut herumzuschrubben, sondern sanft vorzugehen, also ein Wattepad mit Reinigungsmittel tränken und über die Haut ziehen. Sanft geht es bei der Pflege weiter: Cremen & Co sollten nicht durch Schmieren, sondern durch Einklopfen auf die Haut aufgetragen werden. „Zuviel Schrubben und Schmieren machen die Hautspannung und die Hautelastizität zunichte“, sagt Fuchs. 
Ab 40 könne man zu Anti-Aging-Mitteln greifen, die der Haut viel Feuchtigkeit spenden. Ab dem 50. Lebensjahr empfehlen sich Produkte mit besonders hohem Feuchtigkeitsgehalt – „und gegebenenfalls Cremen mit Hormon- oder Botoxzusätzen, die die Haut glätten“, sagt Fuchs. Bereits ab 30 überdies ein Muss: Die Haut mit Sonnenschutzmitteln vor zuviel UVA- und UVB-Strahlen schützen und mit Kälteschutzcremen vor der Kälte. 

2. Muskeln trainieren
Um länger jung und schön auszusehen, empfehle sich auch ein Gesichtsmuskeltraining, sagt Fuchs. „Wer die Muskeln im Gesicht strafft, strafft auch die darüberliegende Haut.“ Auf diese Art und Weise bilden sich, so die Expertin weiter, weniger Fältchen und Falten. Sogar bereits bestehende Falten können bis zu einem gewissen Grad wieder geglättet werden. Die Erfolge des Muskeltrainings fürs Gesicht, das auch „Faceforming“ genannt wird und in Kursen erlernt werden kann, sind laut Fuchs umso schneller sichtbar, je jünger die Anwender sind. „Idealerweise beginnt man damit ab einem Alter von 30.“ Der Grund: In jüngeren Jahren lassen sich die Muskeln schneller kräftigen, und Falten oder hängende Gesichtspartien entstehen erst gar nicht. Fuchs: „Doch auch wer ab dem 50. Lebensjahr mit den Übungen beginnt und sie konsequent täglich durchführt, kann in einiger Zeit mit deutlich sichtbaren Erfolgen rechnen.“  

3. Falten wegrollen
Fältchen und Falten kann man auch wegrollen – mit dem sogenannten Dermaroller. „Der Dermaroller besteht aus einer Walze mit feinen, 0,2 Millimeter langen Nadeln, die beim Rollen über die Haut in die obersten Hautschichten eindringen“, erklärt Fuchs. So werden winzige Verletzungen erzeugt. Durch den anschließenden Wundheilungsprozess werden in der Haut wachstumsfördernde Substanzen ausgeschüttet, die bewirken, dass sich unter der Hautoberfläche neue Kollagen- und Elastinfasern bilden. Fuchs: „Das alles führt nicht nur dazu, dass Fältchen und Falten weniger ausgeprägt werden, sondern bis zu einem gewissen Grad können auch hängende Gesichtspartien gestrafft und neu gefestigt werden.“ „Die Behandlung mit dem Dermaroller muss beim Hautarzt beginnen“, sagt Fuchs. Er entscheidet, ob die Haut für die Behandlung geeignet ist, und zeigt, wie das Gerät gehandhabt wird. Fortgesetzt wird das Rollen zuhause mit einem Gerät mit kürzeren Nadeln zwei- bis dreimal pro Woche.    

4. Schleifen und vibrieren
Bei der sogenannten Mikrodermabrasion wird ein Schleifgerät auf die Haut aufgesetzt, auf das nicht Nadeln wie beim Dermaroller, sondern kleine Kristalle montiert sind. Fuchs: „Das Gerät wird dicht an der Hautoberfläche entlang geführt.“ So werden nicht nur die obersten Hautzellen abgetragen, wie das auch bei herkömmlichen Peelings der Fall ist, die Haut wird darüber hinaus intensiv gereinigt. Aufgrund des Vibrierens der Kristalle, was zu einem Kribbeln auf der Haut führt, wird die Bildung neuer Hautzellen angeregt – was wiederum Fältchen zum Verschwinden bringen kann bzw. Falten und sogar Pigmentflecken in ihrer Ausprägung mildert. Durch das Vibrieren wird außerdem das Bindegewebe gestrafft. „Nach der Behandlung empfiehlt sich das Auftragen schonender Pflegeprodukte bzw. Sonnenschutzmittel“, sagt Fuchs. Um einen nachhaltigen Erfolg zu erzielen, sollte die Mikrodermabrasion über ein Jahr alle zwei bis drei Monate wiederholt werden.  

5. Mit Fruchtsäure peelen
Fältchen und Pigmentflecken kann man auch mit Fruchtsäure-Peelings loswerden. Fuchs: „Auf ein Fruchtsäure-Peeling muss die Haut mit einer fruchtsäurehältigen Creme vorbereitet werden, die zwei bis drei Wochen angewandt wird.“ Beim ersten Peeling beim Hautarzt wird eine Lösung auf die Haut aufgetragen, die zu zehn bis 15 Prozent aus Fruchtsäure besteht und ein paar Minuten lang einwirkt. Danach wird die Fruchtsäure abgewaschen, eine Feuchtigkeitscreme wird aufgetragen. In Abständen von ein bis zwei Wochen erfolgen weitere Peelings. Der Fruchtsäure-Anteil in der Lösung, die aufgetragen wird, wird dabei nach und nach erhöht. Fuchs: „Nach Fruchtsäurepeelings kann die Haut wie nach einem Sonnenbrand gerötet sein.“ Außerdem ist die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht, weshalb während der Behandlungsserie immer Sonnenschutzmittel auf die Haut aufgetragen werden müssen.


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Warum Frauen wählerisch sein sollten

Ob konventionelle Produkte oder Naturkosmetik: Frauen ab 30 sollten bei der Wahl der Reinigungs- und Pflegemittel besonders wählerisch sein. Um Hautreizungen zu vermeiden, sollten sie darüber hinaus die Produkte immer erst in der Ellenbeuge testen. Zeigen sich nach dem Auftragen und Einwirken über Nacht weder Rötungen noch Bläschen, kann das Produkt ohne Bedenken verwendet werden.


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Warum Männer länger jung aussehen

Bei Männern treten die typischen Alterserscheinungen der Haut im Gesicht später auf als bei Frauen. Die Gründe: Ihre Haut ist robuster, ihr Hormonhaushalt ändert sich nicht so schnell wie bei Frauen in den Wechseljahren, und durch das regelmäßige Rasieren wird die Bildung neuer Hautzellen in der Haut angeregt, was diese länger jung hält.

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